Von Elias Canettis „blinden Hetzmassen“
zur „Weisheit der Vielen“

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie
"Die große TV-Community -
Charisma und Massenattraktion im Fernsehen":

  • Das derzeit erfolgreichste Führungsmodell für Politik und Medien ist eine dynamische und teamorientierte Gruppe mit einem hierarchisch strukturierten Kopf, der über möglichst viele der in der Studie aufgeschlüsselten massenwirksamen Kennzeichen verfügt.
  • Die Beispiele und Analysen zeigen den Unterschied zwischen attraktiven und massenattraktiven Menschen und verbinden die grundlegenden Erkenntnisse aus Elias Canettis "Masse und Macht" von 1960 mit den Erfahrungen des Medienpublikums westlicher Demokratien.
  • Die Praxisbeispiele aus den letzten Jahrzehnten machen deutlich, dass sich die modernen Massen nicht chaotisch verhalten, sondern festen Regeln folgen. Durch die Einführung der Kanzlerduelle zeigt sich zudem, dass sich Publikum und Stars in den beiden Bereichen Politik und Show stark annähern.
  • Die zentrale These, dass sich gemeinsame Eigenschaften, Verhaltensweisen und Messages bei allen massenwirksamen Persönlichkeiten und ihren Anhängern finden würden, konnte bestätigt und mit zahlreichen Beispielen aus allen Genres belegt werden.
  • Neu ist die Analyse der psychischen Dispositionen: Dabei zeigte sich zweierlei: Einmal, dass der Rückbezug auf die hierarchischen und dynamischen Familienorganisationsmuster im Unbewussten eine verlässliche Orientierung im oft zitierten "Wertewandel" ermöglicht,
  • und zum Zweiten, dass die individuelle Geburtserfahrung die Herausbildung charismatischer Eigenschaften entscheidend beeinflusst.
    (Das Coverbild von Niki de Saint-Phalle ist in Anlehnung an diesen Bezug ausgewählt)
  • Dazu kommt die Beobachtung, dass zwei Führungspersönlichkeiten mit massenwirksamen Eigenschaften, die gleichzeitig auftreten, - wie Gerhard Schröder und Joschka Fischer in Berlin, oder Ole von Beust und Ronald Schill in Hamburg -, längerfristig keine Verdoppelung der Anhänger bewirken, sondern eine Verringerung und Neuaufteilung.
  • Dieser Effekt zeigte sich auch auf dem Gebiet der Medien und warnt dort vor Doppelmoderationen. Sie wirken kontraproduktiv, weil eine wichtige Hauptbedingung für die Publikumsbindung, die widerspruchsfreie Eins-zu-eins-Kommunikation, durch zwei Personen nicht erfüllt werden kann.